03.08.2026
„Amelie rennt“ im Kino – Jugendliche sehen Asthma in anderem Licht
Moderatorin Theresia Dittrich und DZL-Studienarzt Dr. Chris Wirks (ARCN)
Wenn Forschung Hoffnung macht, dann darf das ruhig auch mal auf der großen Leinwand passieren. Genau darum geht es im Wissenschaftsjahr 2026, das unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ steht – und bei den SchulKinoWochen. Einer der Filme, der Jugendliche mitten ins Thema katapultiert: „Amelie rennt“. Unterstützt wird die Aktion vom Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) – denn hier geht es um Asthma und um die sehr reale Frage: Wie lebt man eigentlich mit einer chronischen Krankheit?
An drei Orten in Deutschland – in Winsen/Luhe, in Garbsen bei Hannover und in Germering bei München – gingen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 mit Lehrkräften zusammen ins Kino. Auf dem Programm stand der Jugendfilm „Amelie rennt“ von Tobias Wiemann.
Im Anschluss an die Filmvorführung standen Studien-ärzte und -ärztinnen des DZL-Asthma-Registers ALLIANCE in einem moderierten Gespräch Rede und Antwort.
Amelies Geschichte: Pubertät, Probleme – und eine lebensbedrohliche Diagnose
Amelie ist 13, mitten in der Pubertät und hat genug Chaos im Kopf. Dazu kommen getrennte Eltern und eine Wut auf alles, was sich nach Schwäche anfühlt. Und dann ist da noch ihr Asthma.
Ein lebendbedrohlicher Asthmaanfall bringt das Fass zum Überlaufen. Die Lösung: drei Monate Spezialklinik in Südtirol. Dort soll sie lernen, ihre Krankheit ernst zu nehmen.
Was folgt, ist ein wilder Mix aus Bergabenteuern, einem cechillten Bauernsohn, einem esoterischen Gipfel-Event, viel Feuer, viel Wasser – und der Erkenntnis, dass Krankheit nicht das Ende von Freiheit bedeutet.
Was Asthma eigentlich ist – und was Amelie hätte besser machen können
Im anschließenden Gespräch stellten die DZL-Expertinnen und -experten dar, wie Asthma entsteht, wie man es nachweist und welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Asthma-Schübe können durch Stress ausgelöst werden, durch körperliche Anstrengung – oder sogar durch Lachen. Die Jugendlichen erfuhren, wo und wie der Sauerstoff in die Lungen kommt und das Kohlendioxid wieder raus.
Klar war: Amelies Frust wäre vermeidbar gewesen. Asthma-Patientinnen und -Patienten, die ihre Medikamente richtig und regelmäßig nehmen, können meist ein fast normales Leben führen. Ein Satz, der im Saal viele Köpfe nicken ließ. Es ist auch wichtig, dass das Umfeld der Asthmatiker und Asthmatikerinnen gut im Umgang mit der Erkrankung geschult ist.
Wie geht es weiter?
Zurück in der Schule ging es weiter: Mit den pädagogischen Materialien von Vision Kino konnten die Jugendlichen das Thema vertiefen. Genau dafür sind die SchulKinoWochen da – Filme nicht nur anschauen, sondern diskutieren, einordnen, weiterdenken.
Die Kinovorstellungen sind Teil der SchulKinoWochen im Rahmenprogramm des Wissenschaftsjahrs 2026 „Medizin der Zukunft“, an dem sich das DZL beteiligt. Die SchulKinoWochen sind ein bundesweites Angebot zur Filmbildung. Die angebotenen Filme lassen sich in verschiedene Unterrichtsfächer und Themenbereiche integrieren und mit pädagogischem Begleitmaterial nachbereiten. Ein Teil der Kinoveranstaltungen wird vor Ort von Referentinnen und Referenten oder Filmschaffenden begleitet.
/Doris Hammerschmidt (HMGU) /jbul
