11.08.2025

Posterpreise für ARCN-Forschende beim DZL-Jahrestreffen

v.l.n.r. Noah Heldt, Gyde Nissen, Markus Weckmann, Aleksandra Sarnowicz

Beim 13. DZL-Jahrestreffen in Heidelberg haben Forschende des ARCN in drei Bereichen die mit jeweils 500 Euro dotierten Posterpreise gewonnen. Die Auswahl erfolgte erstmals in einem Peer-Review-Verfahren: Alle am Jahrestreffen Teilnehmenden konnten Poster ihrer eigenen Krankheitsbereiche, Plattformen und übergreifenden Arbeitsgruppen (DSWG) bewerten. Lediglich Poster des eigenen Standorts konnten nicht bewertet werden.

Es gewannen aus dem ARCN
  • Plattform Imaging: Noah Heldt, Universität zu Lübeck
  • Disease-Spanning Working Group Lung-Environment Interaction: Gyde Nissen und Markus Weckmann, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Campus Lübeck)
  • Disease-Spanning Working Group Microbiome-Metagenome: Aleksandra Sarnowicz, Forschungszentrum Borstel
dOCT auf dem Weg in die Klinik

Noah Heldt führt die erfolgreiche Lübecker Entwicklung der dynamischen Optischen Kohärenztomografie (dOCT) fort. Seine in Heidelberg vorgestellte Arbeit trägt den Titel: „Investigating the signal origins in dOCT and translating a new functional contrast to fluorescence imaging”. Durch den Vergleich von OCT und Fluoreszenzmikroskopie möchte er mehr darüber erfahren, was der Ursprung der Signale in der OCT ist. Dies ist nicht immer klar, da OCT-Bilder einzig aufgrund der Lichtstreuungseigenschaften des Gewebes entstehen. Dagegen können mit Fluoreszenzfarbstoffen ganz spezifische Zell- oder Gewebsbestandteile markiert werden. Dass bei der OCT keine Kontrastmittel oder Farbstoffe gegeben werden müssen, ist von Vorteil, denn das verringert die Belastung von Patienten und Patientinnen. Im Moment wird in Lübeck an entnommenen Gewebeproben, Tiermodellen und in klinischen Studien gearbeitet. Langfristig ist das Ziel, so Noah Heldt, „kontinuierlich darauf hinzuarbeiten, die dynamische optische Kohärenztomographie als funktionale, markierungsfreie Bildgebungstechnik in die Klinik zu bringen, um die Diagnosemöglichkeiten zu verbessern.“

Ein genetischer Score zur Vorhersage der Lungenfunktion

Das Poster von Gyde Nissen und Markus Weckmann trägt den Titel „Lung regeneration of children born preterm associated with a polygenic risk score for adult COPD“ und baut auf der erfolgreichen, im Fachmagazin NEJM Evidence publizierten Arbeit auf. Zentrale Erkenntnis war damals, dass man eine genetische Analyse, einen sogenannten Polygenetischen Risiko-Score (PRS), der im Erwachsenenalter mit COPD und schlechter Lungenfunktion assoziiert ist, auf frühgeborene Kinder übertragen kann: Frühgeborene Kinder mit einem ungünstigem PRS hatten auch im Alter zwischen 5 und 7 Jahren schlechte Lungenfunktionsparameter. Dabei haben frühgeborene Kinder grundsätzlich bereits ein höheres Risiko für eine schlechte Lungenfunktion im Erwachsenenalter. In der nun bei DZL-Jahrestreffen präsentierten Follow-up-Analyse von über 600 Kindern im Alter von 11 Jahren zeigte sich, dass sich die Lungenfunktion von frühgeborenen Kindern zwischen dem 5. und 11. Lebensjahr entsprechend ihrem genetischen COPD-Profil regeneriert. „Selbst Kinder mit bronchopulmonaler Dysplasie, einer schweren Komplikation bei frühgeborenen Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht, hatten eine weniger beeinträchtigte Lungenfunktion, wenn sie ein geringes polygenes Risiko aufwiesen“ so Gyde Nissen.

Entzündungsfördernde Substanz in Bakterien gefunden

Der dritte ARCN-Posterpreis ging an Aleksandra Sarnowicz für ihre Arbeit zum Thema „LC-HRMS based non-targeted identification of bioactive metabolites produced by clinical isolate of non-typeable Haemophilus influenzae”. Sie beschäftigt sich mit dem nicht-typisierbaren Haemophilus influenzae (NTHi), einem Bakterium, das bei chronischen Lungenerkrankungen auftritt. In einer massenspektrometrischen Untersuchung fand die Borsteler Forscherin das Molekül Hypoxanthin, das entzündungsfördernde Eigenschaften besitzt und so möglicherweise zur Besiedelung mit NTHi bei chronischen Lungenerkrankungen beiträgt. Es könnte somit ein Bindeglied zwischen Bakterien und Symptomen sein. „Wir planen nun, Hypoxanthin in Proben von Patienten zu messen“, erklärt Aleksandra Sarnowicz. „Außerdem wollen wir untersuchen, wie NTHi die Krankheitsentstehung durch Hypoxanthin beeinflusst.“

Die drei Projekte umfassen das gesamte DZL-Spektrum von Prävention, Diagnose bis zur Therapie von Lungenerkrankungen. Auf dem Weg zu einer besseren Versorgung unserer Patienten und Patientinnen bauen wir auf ihren erfolgreichen Fortgang.

Quellen: DZL und eigene

/jbul



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